Hinter den Kulissen der Nutzertests
Willkommen, liebe Neugierige, die einen Blick hinter die Kulissen dieses entscheidenden Schritts werfen möchten: die ersten Nutzertests, die wir bei SafeKeeper am Samstag, dem 22. März 2025, organisiert haben.
In diesem Artikel teile ich mit dir die 10 Schritte, mit denen ich dieses Abenteuer gemeistert habe. Du findest hier unsere Erfolge, unsere Misserfolge, was wir geliebt haben … und was uns weniger gefallen hat.
Mach es dir gemütlich, und wenn du am Ende Lust hast, dich auszutauschen oder beim Abenteuer mitzumachen: marie@safekeeper.fr ✉️
1️⃣ Datum & Version festlegen
Der allererste Schritt war, ein genaues Datum festzulegen: einen Tag und eine Uhrzeit, an denen wir rund dreißig Personen zusammenbringen konnten, um das MVP unserer App zu testen.
Dieser Schritt ist viel strategischer, als es scheint. Hätten wir zum Beispiel einen Montag um 8:30 Uhr gewählt, wäre die Rekrutierung viel schwieriger gewesen. Das Datum musste nah genug sein, um den Schwung der Entwicklung mitzunehmen, aber nicht zu nah, damit wir keine Funktionen einbauten, die unsere Nutzer nicht bestätigt hatten (und deren Entfernung teuer ist).
Das ist wie in der Architektur: Wenn du anfängst, tragende Wände hochzuziehen, bevor die Pläne mit deinem Kunden abgestimmt sind … viel Glück beim Abreißen hinterher (falls das überhaupt noch geht). Und in der Entwicklung ist es genauso: Jede nicht bestätigte Ergänzung kann schnell zu einer teuren Falle werden. Deshalb ist es so wichtig, schnell, aber klug zu iterieren.
Wir haben uns also für Samstag, den 22. März, ab 17:30 Uhr entschieden. Warum dieses Datum? Weil die Leute am Samstag gegen Abend meistens Zeit haben und entspannter sind.
Als dieses Datum (fast) in Stein gemeißelt war, blieb eine große Frage: Ab wann frieren wir die Version ein?
Und da wird es kompliziert. Man schwankt ständig zwischen der Lust, „coole“ Funktionen hinzuzufügen, und der Notwendigkeit, die Fristen einzuhalten. Dieses Dilemma war umso größer, als es unser erstes Deployment in den Stores von Android und iOS war. Und natürlich konnten wir auf keinen der beiden verzichten.
Wir mussten auch die Möglichkeit einplanen, am großen Tag Korrekturen einzuspielen, falls blockierende Bugs auftreten, und deshalb vermeiden, dass sich die Branches zu weit vom gemeinsamen Stamm entfernen. Ein echter Drahtseilakt.
Aber gut, am Ende haben wir uns auf eine Version geeinigt. Wir haben die Zähne zusammengebissen, die Daumen gedrückt und … es hat geklappt!
2️⃣ Auswahl der Testerinnen und Tester
Dieser Schritt war entscheidend (na ja, du wirst sehen, das sind sie alle 😄).
Wir brauchten ein vielfältiges Panel: Junge, weniger Junge, iOS- und Android-Nutzer, Tech-Profile … aber vor allem Nicht-Tech-Profile!
Wir haben also Testerinnen und Tester zwischen 19 und 64 Jahren eingeladen, mit ganz unterschiedlichen Berufen: Sprachstudierende, Ärztinnen und Ärzte, Chirurgen, Projektleiter, talentierte Designer, Entwickler, Lehrkräfte, Handwerker, Assistenten, Buchhalter, Fachleute aus dem Bank- und Pharmabereich oder auch aus dem Handel. Ein reichhaltiges und repräsentatives Panel, mit dem wir die App unter realitätsnahen Bedingungen testen konnten.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die mitgespielt haben 🙏
Kleiner Tipp 1:
Ich habe eine Excel-Datei mit den wichtigsten Infos angelegt: Name, Vorname, Alter, Betriebssystem, Beruf, Telefon. Und wenn jemand ankam, habe ich geprüft, ob ich auch wirklich alles eingetragen hatte.
Kleiner Tipp 2:
Sobald die Liste stand, habe ich eine WhatsApp-Gruppe erstellt, um mich unkompliziert mit allen auszutauschen.
Und mein ganz persönliches kleines Glück? Als ein Tester ein Foto in die Gruppe gepostet hat, mit dem Hashtag:
#plusjamaisça 💀
3️⃣ Das Format: den Test unterhaltsam und flüssig gestalten
Kommen wir zum Kern des Erlebnisses: Wie lässt man die App auf spielerische, mitreißende und für die Teilnehmenden möglichst selbstständige Weise testen?
So entstand die Idee des Spiels: „T’es Safe ou tu Keep ?“
Wir haben also drei Rollen festgelegt:
- Keepers: die, die Fahrzeuge aufbewahren
- Travelers: die, die ihr Fahrzeug aufbewahren lassen wollen
- Keepers & Travelers: für die Vielseitigsten
Dann musste jede Person ihren Flitzer wählen:
Gravelbike, E-Scooter, E-Bike, Lastenrad.
Danach haben wir die symbolträchtigen Orte der Partie festgelegt:
Le Ramblers, Antonio & Marco, Calicéo, das Wojo …
Für jeden Ort hatte ich fiktive Adressen vorbereitet, an denen Keepers anzutreffen sein konnten.
Und um das Spiel lebendiger zu machen, haben wir schließlich noch Sonderaktionskarten hinzugefügt:
eine Aufbewahrung ablehnen, eine Aufbewahrung annehmen, eine Aufbewahrung stornieren …
Und DIE Spielregel: ein Fahrzeug aufbewahren oder aufbewahren lassen und dabei Bugs oder Verbesserungsmöglichkeiten aufspüren.
4️⃣ Ein echtes Kartenspiel gestalten
Die Idee für ein Spiel zu haben, ist schön und gut.
Aber wenn man es mit echten Karten greifbar macht, wird es sofort viel immersiver.
Ich habe mich also entschieden, ein echtes Kartenspiel zu gestalten, mit einer eigenen Bildwelt, damit sich die Testenden in ihrer Rolle zurechtfinden.
Am Anfang? Ehrlich gesagt war es hässlich. Man sah deutlich, dass meine Grafiktalente nur in meiner Fantasie existierten 😅
Aber nach ordentlich Arbeit und dank Canva und Gepetto nahm das Kartenspiel Gestalt an:
- Rollenkarten
- Flitzerkarten
- Aktionskarten
Und ehrlich, das war gar nicht schlecht! Die Testenden fanden es toll, dieses visuelle Hilfsmittel in der Hand zu haben, das hat das Verständnis des Szenarios wirklich erleichtert.
5️⃣ Der Druck: zwischen Traum und Wirklichkeit
Als das Spiel fertig war, träumte ich insgeheim davon, die Karten wie Pokerkarten drucken zu lassen, mit schönem matten Finish, abgerundeten Ecken …
Aber die Budgetrealität hat mich schnell eingeholt. Selbst ein paar hundert Euro waren in dieser Phase zu viel.
Also habe ich den klassischen Weg gewählt: Bureau Vallée, Papierdruck, Laminiergerät, Hebelschneider. Eine gute alte Bastelsession zu Hause, wie in den guten alten Zeiten im Eventbereich.
Spoiler: Es hat lange gedauert. Sehr lange. Rechne mit mindestens 1,5 Stunden, um alles zu drucken, zu laminieren und zuzuschneiden. Aber was für eine Genugtuung am Ende!
6️⃣ Die logistische Vorbereitung (aka der Top-Chef-Moment)
Das ist eindeutig mein Steckenpferd: an alles denken, jedes Detail planen.
Und hier ging es darum, ein Fingerfood-Buffet für 30 Personen vorzubereiten: Herzhaftes, Süßes, Getränke … natürlich mit Liebe! 🧁🥪🍹
Omas Punsch (in rauen Mengen), hausgemachte Orangeade, hausgemachter Eistee … alles war hausgemacht, sogar der Blätterteig. Das heißt: Ruhezeiten, Backtiming, minutiöse Organisation.
Bilanz: etwa 1,5 Tage in der Küche, eine gut geölte To-do-Liste und große Freude am Teilen.
7️⃣ Die Organisation (das A und O)
Wenn man ein Event organisiert, ist die Grundlage das Roadbook: ein Dokument mit den wichtigsten Infos (wer? wann? was? wo?). Allein diese erste Seite, die du mit dem Team teilst, spart dir unglaublich viel Zeit.
Na ja, in diesem Fall waren wir zu zweit. Es war also eher eine mündliche Version des Roadbooks:
„Wenn die Testenden ankommen, was machst du? Und was mache ich?“
Aber sobald die Rollen verteilt waren, wussten wir, wer sich um was kümmert. Und so konnten wir bei Unvorhergesehenem einen kühlen Kopf bewahren.
8️⃣ Der große Tag (Spoiler: Es war sportlich!)
Um 17:25 Uhr war alles bereit.
Um 17:32 Uhr kamen die ersten Testenden. Und dann … Feuerwerk!
Leute, die sich nicht mehr an ihr Passwort für die Stores erinnerten, widerspenstige Handys, Bugs (natürlich), Fragen von allen Seiten, das Buffet, um das man sich kümmern musste, die Spielregeln, die erklärt werden mussten, Nachzügler, die begrüßt werden wollten …
Es war sportlich. Wirklich.
Aber unsere Testenden waren unglaublich: Manche haben ganz selbstverständlich die Führung einer kleinen Gruppe übernommen, andere waren völlig selbstständig, zwei haben sogar angeboten, Fotos zu machen 📸
Und das Schönste: der Austausch nach den Tests. Viele haben sich gefreut, zu einer App im Aufbau beitragen zu können. Manche haben sogar zum ersten Mal hinter die Kulissen der Entwicklung geschaut. Das hat uns das Herz erwärmt ❤️
9️⃣ Das Debriefing direkt danach
Unser Debriefing direkt danach? Ein einziges Wort: Wow.
Ja, 27 Personen gleichzeitig für 2 Organisatoren, das ist viel zu viel.
Aber wir haben überlebt. Und alle hatten eine großartige Zeit.
Post-its waren unsere besten Verbündeten, um das Feedback einzusammeln: Man brauchte keine technischen Kenntnisse, alle konnten frei mitmachen.
Ein paar Zahlen vom Abend:
- 🐞 40 „Bug“-Post-its → 36 bestätigt → 2 wichtig, aber nicht blockierend
- 💡 64 „Weiterentwicklungs“-Post-its → 35 zu analysieren (der Rest = Dubletten)
- 👀 6 UX-Punkte
- ❓ 6 ernsthafte Fragen
- 📬 126 E-Mails (kein einziger Spam = Sieg)
🔟 Sortieren & Roadmap
Letzter Schritt: sortieren, priorisieren, planen.
Wir haben das gesamte Feedback in unser Projektmanagement-Tool übernommen. Dann haben wir jeden Punkt eingeordnet: echter Bug oder Bedienfehler? Dringend oder nicht?
Dasselbe gilt für die Verbesserungswünsche: Launch-MVP oder kommendes Feature?
Zum Beispiel wurde ein Kalender oft gewünscht. Er würde aber wochenlange Arbeit erfordern. Deshalb konzentrieren wir uns vorerst auf Stabilität und Performance.
Die Übung ist nicht einfach, aber notwendig.
Und jetzt? 🚀
Jetzt geht es an die Entwicklung der Version, die in Produktion gehen wird!
Und wenn du bei unserer nächsten Testrunde dabei sein willst: Wir suchen 10 neue Testerinnen und Tester.
👉 Schreib mir an marie@safekeeper.fr
Noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle Teilnehmenden, an unsere Community und an alle, die an SafeKeeper glauben. Dank euch kommen wir voran. 💛